Workshops RaS 2018

Aus Recht auf Stadt - Plattform fuer stadtpolitisch Aktive
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Hier findet ihr vorab das Programm für das Recht auf Stadt Forum 2018. Wir können nicht zusichern, dass alles bis zum Start des RaS 2018 online ist.

Hier ist eine Druckausgabe des Programms (PDF, Stand: 17. April 2018) und eine Übersicht zum zeitlichen Ablauf (PDF, Stand: 9. April 2018).


Inhaltsverzeichnis

Freitag

Demo

Nicht von uns, aber trotzdem passend für die Frühankommer*innen:
"Leipzig für alle"-Demo am 20.4. um 16 Uhr auf dem Augustusplatz
Ende: beim Rabet, nah des Ostpassagen-Theaters

Info:


Ankommen

Die Anmeldung für das Forum startet ab 17 Uhr im Ostpassagen-Theater, Konradstr. 27 (über ALDI), 04315 Leipzig.

19 Uhr: Großes Eröffnungstrara
Wir erläutern kurz, was wir als Orga-Crew uns im Vorfeld für Gedanken gemacht haben, warum wir finden, dass Feminismus und Recht-auf-Stadt zusammengehören und was sonst so wichtig zu wissen ist. Vor allem soll es hier aber darum gehen, dass ihr euch kennenlernt, dazu gibt es irgendwas mit Hashtags, Speeddating und vor allem Bier im Anschluss.


Samstag

Mietenpolitik

Rekommunalisierung - und dann? Wie können wir die Mieter*innenmitbestimmung und Selbstverwaltung erkämpfen und etablieren?

Seit langem haben wir es am Kottbusser Tor mit einem für seine Mieter*innen nicht funktionierenden sozialen Wohnungsbau und dreisten Vermietungspraxen von Wohnungsbaugesellschaften wie der Deutschen Wohnen zu tun und bereits seit Jahren macht Kotti&Co zusammen mit Mieter_innen durch Proteste darauf aufmerksam. Derzeit führt Kotti & Co zusammen mit Kotti Coop e.V. eine aktivie- rende Anwohnerbefragung durch, bei der es um die Wünsche und Bedürfnisse der Bewohner_innen und ihre Haltung zu einer möglichen Mitbestimmung/ Selbstverwaltung geht. Wir möchten erste Erfahrungen aus diesem Prozess mit euch austauschen um gemeinsam folgende Fragen zu diskutieren: Wie kann eine Mieter*innenmitbestimmung im sozialen Wohnungsbau ausseh- en? Welche Grenzen und Möglichkeiten liegen in der Mobilisierung einer Mit- bestimmung von Unten? Welche Rolle spielt dabei eine munizipalistische Stadt- bewegung, Verwaltung, Politik und öffentliche Wohnungsbaugesellschaften?


Hausbesetzungen

Um Gentrifizierung zu sabotieren und Wohnraum zu schaffen, haben wir in den letzen Jahren verschiedene Häuser in Köln besetzt. Damit haben wir den Spekulant*innen nicht nur eine Menge Ärger gemacht, sondern konnten auch 16 Appartmentwohnungen für Geflüchtete (Zülpi 290) und ein autonomes Wohnprojekt (Stelze2a) erkämpfen. Hausbesetzungen können eine wundervolle Aktionsform sein.

In dem Workshop wollen wir kurz von unseren Erfahrungen berichten, um dann mit euch in den Austausch zu kommen. Dazu bieten wir an, die verschiedenen Phasen einer Hausbesetzung von der Idee, über die Aktions-Vorbereitung, bis hin zur praktischen Umsetzung – als Gedankenexperiment – durchzuspielen. Ziel ist es Praxis-Wissen weiterzugeben und einen Eindruck in die Vielfältigkeit dieser Aktionsform geben.

mit Wohnraum für alle Köln


Zwischen utopischen Überschüssen und Realpolitik

Recht auf Stadt Aktivist*innen aus drei unterschiedlichen Städten berichten von ihren Erfahrungen, wie radikale Realpolitik in den Institutionen und auf der Straße funktionieren kann. Wir möchten uns über Erfolge und Probleme austauschen.

Gemeinsam ist allen Projekten, sich einer neoliberalen Stadtentwicklung in den Weg zu stellen und eine solidarische Stadt für Alle einzufordern. Es geht in unseren Beispielen aber nicht nur um Abwehrkämpfe gegen Gentrifizierung, Segregation und hohe Mieten, sondern auch darum, neue Möglichkeitsräume und soziale Infrastruktur einzufordern. Wenn wir eine dauerhafte Veränderung wollen, müssen wir in die Offensive kommen und das bedeutet auch, die politischen Institutionen unter Handlungsdruck zu setzten.

Wie können wir unsere Forderungen in der Stadtgesellschaft kommunizieren; wie können wir mehr werden; wie schaffen wir Synergieeffekte; welche Rolle können wir in politischen Aushandlungsprozessen spielen?

Wie wir existierende Strukturen demokratisieren und realpolitischen Einfluss gewinnen können, ohne dabei unsere utopischen Visionen aus den Augen zu verlieren wollen wir gemeinsam an diesen Beispielen diskutieren und weiterentwickeln.

Mit dabei sind Stadt für Alle Leipzig, Stadt für Alle Bochum und Stadt von Unten Berlin


Öffentlicher Raum

Rechte Raumnahme am Beispiel des „Identitären Hauses“ in Halle – Perspektiven auf feministisch-antifaschistische Widerstände

Nicht nur linke Gruppierungen wollen sich die Stadt erkämpfen: auch alte und neue Faschist*innen zielen auf den öffentlichen Raum. Ein Beispiel dafür ist das Haus der „Identitären Bewegung“ in Halle (Saale). Im Workshop wird zunächst die Situation vor Ort anhand von Erfahrungsberichten erarbeitet, um im Anschluss daran gemeinsam Gegenstrategien zu entwickeln. Der Fokus liegt dabei auf der antifaschistischen Auseinandersetzung im öffentlichen Raum und feministischen Perspektiven des Widerstandes.


Filme: Zwei Jahre Später & Parko - vom Parkplatz zum Park

Anschließend an den Film “Ada for mayor. A political revolution in Barcelona” der in der Workshopphase zuvor gezeigt wurde, gibt es eine Vorführung der Kurzdoku der Rosa-Luxemburg-Stiftung: “Zwei Jahre später” (24 min.), die nach der Hälfte der Amtszeit von Ada Colau eine erste Bilanz zieht.

Parko - vom Parkplatz zum Park ist eine Dokumentation über ein Stück selbst- organisiertes Athener Stadtleben. Zuvor ein kommerzieller Parkplatz nun ein belebter grüner Park! 2008 während der Aufstände in Griechenland von Nach- bar*innen und Aktivist*innen erobert und umgewandelt. Wir sehen das Kollektiv im Dialog über „eine Stadt von unten“ und beobachten, wie der alltäglichen Misere des Kapitalismus und der zugehörigen Krise ein Ort der Freude, des Aus- tauschs und der Zu ucht entgegen gestellt wird. Ein widerständiger Mikrokos- mos in Mitten Athens.


Girl Gangs against street harassment – Basteln gegen street harassment

Im öffentlichen Raum sind Werbeflächen mit (halb)nackten und sexualisiert inszenierten Frauen* omnipräsent; sie suggerieren ein stark limitiertes Frauenbild. In einer Lebenswelt, in der Frauen* so stark objektiviert werden, ist es nicht verwunderlich, dass sie diversen Formen sexualisierter Diskriminierung, die sich oft als von Street Harassment äußert, betroffen sind. Das Projekt Girl Gangs against Street Harassment ist eine Aneignungspraxis von öffentlichem Raum und versucht mit lebensgroßen Street-Art Cut-Ups von bewaffneten Frauen* eindimensionale Werbebildsprachen zu durchbrechen. Workshop werden Fotoprint-Girl Gangs geklebt, geschnitten und anschließend im Leipziger Stadtraum positioniert.

Das dient zum Markieren von Orten, an denen man individuell von Street Harassment betroffen war und symbolisiert anderen Frauen* den visuellen Rückhalt einer starken Girl Gang.


Soziale Infrastruktur

Infrastruktur für alle – vom Modellprojekt zur besseren Gesellschaft

Wenn Kommune und Staat es nicht schaffen gute Infrastruktur für alle zur Verfügung zu stellen, machen „wir“ es eben selbst! Das ist der Ansatz von Polikliniken, selbstorganisierten Hausprojekten, DIY-Internetprovidern usw. Wir wollen hier diskutieren, ob das überhaupt der Richtige Ansatz ist und nicht nur unsere Ressourcen frisst, wie wir gemeinsam eine politische Stimme haben und gesamtgesellschaftlich wirksam werden, statt für immer Modellprojekte zu bleiben.

Diskussion mit: Poliklinik Hamburg, Reudnetz Leipzig, Mietshäuser Syndikat


Wohnungsnot unter von Gewalt betroffenen Frauen in Frauenhäusern

Der Wohnungsmarkt im gesamten Rheinland ist angespannt, auch fernab der großstädtischen Zentren. Für Frauen*, die aufgrund von Gewalterfahrungen in ein Frauenhaus gehen, bringt die Lage besondere Probleme mit sich. Sie erfahren multiple Diskriminierung und Stigmatisierung: als Empfängerinnen von Sozialleistungen, als Migrantinnen, als Alleinerziehende und nicht zuletzt als “Opfer”. Auch die Frauenhäuser selbst geraten zunehmend unter Druck. Nicht nur ist die Anzahl der Plätze für von Gewalt betroffene Frauen von Vornherein zu gering – in Köln sind es gerade 20 Plätze für rund 1 Million Einwohner*innen anstatt, wie von der jüngst ratifizierten Istanbul-Konvention gefordert, rund 100 Plätze. Noch zusätzlich bringt der Kölner Wohnungsmarkt die normale Fluktuation innerhalb der Häuser fast zum Erliegen, und die Frauenhäuser müssen täglich mehrere Hilfesuchende abweisen.

Der Vortrag wird sich im Einzelnen mit den folgenden Fragen beschäftigen:

  • Was sind Frauenhäuser, und warum braucht es sie?
  • Grundsätze der Autonomen Frauenhausarbeit
  • Wie läuft ein Aufenthalt im Frauenhaus ab?
  • Wohnungssuche als Teil der Frauenhausarbeit – früher und heute
  • Mehrfachdiskriminierung auf dem Wohnungsmarkt
  • Wie verändert der Wohnungsmarkt die Frauenhäuser und ihre Arbeit?
  • Politische Forderungen – politische Realität

Sarah Rohlfing arbeitet für den Trägerverein der beiden Autonomen Frauenhäuser in Köln, Frauen helfen Frauen e.V.


Kämpfe in der Stadt

Widerstand hat viele Gesichter – 6 Jahre Zwangsräumung verhindern in Berlin

Seit 6 Jahren kämpfen wir gemeinsam mit Betroffenen gegen Zwangsräumungen. Dabei wollen wir für die Betroffenen was rausholen, solidarischen Widerstand organisieren und an den konkreten Geschichten die ganze Unmenschlichkeit des Kapitalismus erzählen.

Wir schreiben Briefe an die Verantwortlichen, begleiten Leute zu ihren Prozessen, machen Kundgebungen, Demos, Mikrofonikias, Go-Ins und Blockaden.

Über die Zeit waren mehrere tausend Menschen bei unseren Aktionen. Sie waren solidarisch mit von Zwangsräumung Betroffenen und haben Zwangsräumung zum öffentlichen Thema gemacht. Neben viel Zustimmung gibt es aber auch Kritik innerhalb und ausserhalb des Bündnisses: unsere Arbeit sei Sozialarbeit und kommt über den Einzelfall nicht hinaus, wir organisieren die Leute nicht, unsere Aktionen sind nicht radikal genug.

Genug Stoff für Diskussionen, wir würden eine kurze Einführung geben und freuen uns über Fragen und Kritik.

mit dem Bündnis Zwangsräumung verhindern


Umkämpfte Räume – In welcher Stadt wollen wir leben?!

Neue demokratische Stadtplanung, von der Kritik zum Experiment und Arrivati Park – Neue Dimension sozialer Konflikte, Trans-Community Organizing und Bürgerasyl… Sowohl Recht auf Stadt Hamburg wie auch Solidarity City Initiativen verknüpfen konzeptionelle Fragen mit konkreter Alltagspraxis und Selbstorganisation gegen das herrschende Krisen- und Migrationsregime. Im September 2018 wollen wir auf den Strassen Hamburgs in einer großen We`ll Come United Parade zusammenkommen.

Dreistündiger Workshop mit Aktiven aus Hamburg, Osnabrück und Hanau.

Lesetipps zur Vorbereitung:


Barcelona en Comú – Film: “Ada for mayor. A political revolution in Barcelona”

Im Sommer 2014 beschlossen linke Netzwerke und Organisationen, darunter die Plattform gegen Zwangsräumungen PAH, eine gemeinsame Wahlliste aufzustellen. Spitzenkandidatin der Liste “Barcelona en Comú” wurde Ada Colau, eine der Gründerinnen der PAH. Der Film dokumentiert den Wahlkampf bis zur spektakulären Wahl der Außenseiterin Ada Colau zur neuen Bürgermeisterin von Barcelona. Spannend wie ein Politthriller – ohne Übertreibung. Gleichzeitig wirft der Film einige Fragen auf: Z.B. was passiert mit einer städtischen Bewegung, wenn sie sich auf das parlamentarische Spiel einlässt? Fragen, die sich die Protagonisten schon im Wahlkampf stellen.

“Alcaldessa” – Dokumentation 2017, 85 min.


Spazieren

Gesundheit neu denken - ein interaktiver Stadtgang durch den Leipziger Osten

Was brauchen wir um gesund zu sein? Was macht uns krank? Wie können wir uns im Stadtteil für mehr Gesundheit organisieren?

Wir sehen Gesundheit nicht allein als individuelle „Ressource“ , sondern als Re- sultat gesellschaftlicher Verhältnisse. In einem interaktiven Stadtrundgang durch den Leipziger Osten wollen wir an konkreten Orten über soziale Determinanten von Gesundheit diskutieren. Dazu gehören u.a. ein geringes Einkommen, eine geringe Bildung, schlechte Wohnverhältnisse und Diskriminierung jeglicher Art. Wir sehen in zukünftigen Gesundheitszentren das Potenzial Bewohner*innen eines Stadtteils für politische Themen wie Segregation und Verdrängung zu sen- sibilisieren und in diesem Zentren einen Raum für Vernetzung und Organisation zu schaffen.

Seit einigen Jahren arbeiten Gruppen in Berlin, Hamburg, Leipzig und nun auch Dresden an der Vision und Manifestation von Gesundheitszentren im Stadtteil, mit dem Ziel diese Determinanten sichtbar zu machen und Handlungsmöglich- keiten aufzuzeigen.

Der Stadtrundgang wird gemeinsam gestaltet von den Hamburger und Leipziger Poliklinik-Gruppen.


Stadtteilrundgang als Methode: Ein Spaziergang durch den Leipziger Osten

Seit einigen Jahren versuchen wir durch Stadtrundgänge im Leipziger Osten, Aufwertung und Verdrängung sichtbar zu machen und Widerstand dagegen zu organisieren. In einem kurzen Spaziergang wollen wir euch dies ganz praktisch vermitteln und euch somit einiges zur Geschichte sozialer Ungleichheit und aktuellen Verdrängungspraktiken im Umfeld des Forums zeigen und erzählen. Dabei wollen wir mit euch gemeinsam unsere Erfahrungen zu den Möglichkeit- en und Grenzen der Methode für die Vernetzung in der Nachbarschaft und im Kampf gegen Verdrängung diskutieren.

AG Soziale Kämpfe von Prisma – iL Leipzig


Skills

Pressearbeit für Stadtaktivist_innen

Ereignisse und Geschichten werden über Bilder erzählt. Sei es durch Texte, die Bilder in unseren Köpfen entstehen lassen. Oder durch Fotos und Videos, die beispielsweise Aktionen gegen Mietenwahnsinn dokumentieren. Erfolgreiche Medienarbeit geht daher einher mit einer “attraktiven” Bilderproduktion. Aus dem Hamburger Netzwerk Recht auf Stadt wurden vielfach solch kreativen, aber frechen Aktionen und Kampagnen (Fette Mieten Party, Blankenese Chainsaw Massacre, Soli-Mexikaner gegen Trump) durchgeführt, die bundesweit auf großes Presseecho stießen. In dem Workshop sollen Formen einer “offensiven” Pressearbeit vorgestellt und diskutiert werden. Dabei soll auch abgewogen werden, wie weit man sich selber mit seiner stadtpolitischen Initative auf das “Spiel” der Medien einlässt. Welche Schwierigkeiten entstehen aus der Abhängigkeit von medialer Bereichterstattung? Wie geht man “professionell” mit Medienvertreter_innen um? Welche Formen eigener Gegenöffentlichkeit bieten sich darüber hinaus an? Welche Chancen, aber auch Risiken birgen dabei die sozialen Netzwerke? In welchem Verhältnis stehen der mediale Diskurs zu den realen Auseinandersetzungen “auf der Straße”? Und wie kann es gelingen, die Choreografie für die Produktion der Bilder selber zu bestimmen? Der Workshop bietet einen Einblick in die mediale Kampagnenarbeit und soll darüber hinaus Raum für den Austausch über unterschiedliche Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Medienvertreter_innen bieten.


Offene Diskussion über Mietberatungen

Hast du schonmal Mieter*innen organsiert oder eine Mietberatung angeboten? Hast du Erfahrungen mit Stadtteilorganisierung? Hast du die Idee zur Bekämpfung immer steigender Mieten? Oder von all dem gar kein Plan aber Lust dich damit zu beschäftigen?

Wir möchten gerne in einer offenen Diskussion mit euch über diese Themen und was uns noch so einfällt ins Gespräch kommen. Wir hoffen gemeinsam Antworten zu finden und Ideen zur erarbeiten, uns zu vernetzen und Erfahrungen auszutauschen. Um das ganze zu strukturieren, haben wir uns methodisch etwas überlegt. Wir freuen uns auf euch!


Kartieren gegen Verdrängung / Mapping against displacement

Mit Karten können komplizierte geografische aber auch soziale und politische Prozesse veranschaulicht und vermittelt werden. Um Stadtveränderung, Mietentwicklung, Gentrifizierung, Verdrängung, Wohnverhältnisse, … sichtbar und konkret begreifbar zu machen, widmen wir uns dem Erstellen von Karten. (Wir steht hier für KARLE, eine kleine Gruppe in den Kinderschuhen, die Karten von Leipzig macht.) Mit dem Ansatz, dass Kartieren nichts sein soll, was nur studierte Geograf_innen mit teurem Equipment hinter verschlossenen Türen machen, versuchen wir gemeinsam zu lernen, wie wir was darstellen können. In unserem Workshop wollen wir teilen, was wir schon gelernt haben und gemeinsam im Austausch und Trial-and-Error Prozessen, an Karten rumbasteln. Bringt Laptops mit, wenn ihr welche habt! Nerds und Noob willkommen! (ggf: über Sprache entscheiden wir dann!)

Maps can help to display and communicate geographical but also social and political processes. To make urban transformation, rent-development, gentrification, displacement, etc. visible, we want to create maps. (We is KARLE, a small and relatively new group that makes maps from Leipzig.) Not wanting to leave mapping to studied geographers with expensive equipement behind closed doors, we are trying to learn together, how we can illustrate what. In our workshop we want to share the skills we have learned so far and also exchange ideas and know-how to build maps together. Bring laptops if you have them! Nerds and Noobs welcome! (We will decide about the language at the workshop)


Ausblick

Vom Recht auf Stadt zur Stadtbewegung 2020

Der Workshop gibt zunächst einen Überblick über die heutige Relevanz von Henri Lefebvres Konzept eines “Rechts auf Stadt”, wie er es in “Das Recht auf Stadt” (1968) und “Die Revolution der Städte” (1970) umrissen hat.

Ausgehend von einer Analyse der “kritischen Zone” der verstädterten Gesellschaft, sprich: der neoliberalen Stadt von heute, werden dann Lefebvres skizzenhafte Antworten auf vier Fragen, die sich jede linke Bewegung stellen muss, kurz vorgestellt. Diese Fragen lauten:

  1. Die Frage der Demokratie: Wer soll entscheiden?
  2. Die Frage nach Grund und Boden: Wem sollen die Voraussetzungen des Alltagslebens gehören?
  3. Die Frage der Produktion: Wie soll produziert werden?
  4. Die Frage der Urban Citizenship: Wer soll zur Stadt gehören?

In zwei Arbeitsrunden werden dann folgende Fragestellungen erörtert:

  • Welche derzeitigen Stadtbewegungen arbeiten an welcher der vier Fragen?
  • Wie können die Kämpfe, die jeweils zu einer vier Fragen gehören, aufeinander bezogen werden, so dass eine machtvolle Bewegung in den Städten entsteht?


Recht auf Stadt feministisch begreifen

Bei vielen Initiativen, die unter dem Label Recht auf Stadt arbeiten, spielen Alltagskämpfe eine zentrale Rolle und die Art und Weise wie der Alltag im Viertel, gegen Behörden und Vermieter*innen und mit den Nachbar*innen gestaltet wird, wird politisiert. Die Denkschule, die sich bisher am ausführlichsten mit der Politisierung und vor allem dem Wie der alltäglichen Reproduktion beschäftigt hat, ist die feministische. Wir sind überzeugt, dass sich sowohl praktische als auch konzeptionelle Verbindungen zwischen einer feministischen Perspektive auf gesellschaftliche Verhältnisse und Kämpfen um ein Recht auf Stadt ziehen lassen und diese möchten wir explizit machen.

Wir arbeiten zur Wohnungsfrage und zur Dichotomie öffentlicher und privater Räume und möchten in diesem Rahmen einen Einblick in unsere konzeptionelle Arbeit geben. Anhand dieser beiden Themen möchten wir mit euch diskutieren wie feministische Zugänge grundsätzlich in wissenschaftliche und aktivistische Praxis einfließen können.

Input von Nina Fraeser und Eva Kuschinski mit anschließender Diskussion


Menschen ansprechen, überzeugen und für eine politische Organisierung gewinnen. Aber wie?

Die radikale Linke wendet sich mit neuem Anlauf den Menschen auf der Straße, am Arbeitsplatz und auf den Ämtern zu. In der Praxis stellen sich dabei verschiedene Aufgaben – auf Menschen zugehen, sie ansprechen, das eigene politische Handeln erklären, dabei überzeugen und sie für eine politische Organisierung gewinnen. Im ersten Teil des Workshops werden wir uns mit den Strategien und Methoden des “Transformative Community Organizings” auseinandersetzen. Dabei besprechen wir ausgehend von unseren Praxiserfahrungen, wie wir diese Ansätze für Ansprachen in unseren Nachbarschaften nutzen können. Im zweiten Teil werden wir dann anhand von praktischen Beispielen und Rollenspielen üben und das Ganze auswerten.

4-stündiger Workshop mit Solidarische Aktion Neukölln, solA


Dreierlei

Am Abend ab 20:30 Uhr haben wir uns ein Dreierlei der Auswahlmöglichkeiten gedacht:

Zum einen große Unterhaltung in Glitzerjackets beim ersten großen Recht-auf-Stadt Familienduell nach einem Tag voller Worskops, Vorträge und Inputs.

Personen, die noch nicht genug bekommen habe, können sich Mitschnitte der G20 Proteste anschauen und dann mit der Film-AG von ST. PAULI SELBER MACHEN diskutieren was da eigentlich für eine Gewalterzählung über Hamburg im Umlauf ist.

Und für diejenigen, für die auch das nicht genug Diskursthema ist, die können sich ab 20 Uhr nochmal gemeinsam hinsetzen und sich über weitere Mobilisierungs- und Kampagnenideen der "Mietenwahnsinn stoppen"-Kampagne unterhalten.


Sonntag

Netzwerken

Organisieren gegen große Wohnungskonzerne

Seit einigen Jahren haben sich große, börsennotierte Wohnungsunternehmen mit ihren aggressiven Mieterhöhungs- und Verdrängungsstrategien einen Namen gemacht. Allein die fünf größten – Vonovia, Deutsche Wohnen, LEG Immobilien, TAG und Grand City Properties – besitzen bundesweit fast 800.000 Wohnungen, viele davon in Städten mit hohen Mietsteigerungen und einem Mangel an bezahlbarem Wohnraum. Durch Fusionen und massenhafte Aufkäufe sind immer mehr Mieter_innen betroffen. Die Unternehmen setzten auf massenhafte Mieterhöhungen, bis an die Grenze des Legalen und darüber hinaus, Herausmodernisieren, und darauf, alle Dienstleistungen rund ums Wohnen unter dem eigenen Dach zu versammeln. Die Folge sind extrem steigende Mieten, Verdrängung und schlechte Arbeitsbedingungen – die einzelne Mieterin oder der einzelne Angestellte wird sich schon nicht wehren.

Doch in immer mehr Städten formiert sich der Widerstand der Betroffenen, zum Teil unterstützt durch weitere stadtpolitische Initiativen. Der Workshop soll dazu dienen, sich zu den Kämpfen auszutauschen und gegenseitig zu inspirieren: Welche Strategien funktionieren? Wo gibt es Hindernisse und Schwierigkeiten? Was sind Perspektiven für eine Zusammenarbeit innerhalb der Städte und darüber hinaus?

Eingeladen sind das Bündnis Otto-Suhr-Siedlung und Umgebung (BOSS&U), Berlin, die Organisierung gegen das Immobilienunternehmen Akelius, Hamburg, sowie Initiativen gegen LEG in Nordrhein-Westfalen. Weitere Initiativen und alle Interessierten sind herzlich eingeladen, sich an der Diskussion zu beteiligen.


Austausch- und Vernetzungstreffen “mittelgroße Städte“

Die Situation mittelgroßer Städte unterscheidet sich vielfach von den großen Metropolen.

Geprägt von jahrzehntelanger Stagnation und der ideenlosen städtischen Verwaltung der Zustände, zeigen sich auch hier zunehmend die Auswirkungen von verfehlter Stadtentwicklungspolitik und Immobilienspekulation. Zwischen Resignation und provinzieller Ignoranz gegenüber sozialen und kulturellen Problemen, kämpfen Initiativen oft darum, Bewohner*innen zu aktivieren, Steine aus dem Weg zu räumen und überhaupt irgendwas an den Start zu bringen…

Nach einem kurzen Input über die speziellen Begebenheiten dieser Städte wollen wir den Blick nach vorne richten. Wir wollen in offener Runde Erfahrungen austauschen, Mobilisierungs- und Vernetzungsstrategien miteinander teilen und vor allem erfolgreiche Aktionsformen und Möglichkeiten für die Realisierung von rebellischen Projekten diskutieren.

mit RAS Ruhr + PEKARI Jena


Solidarisch! Und jetzt?

Konkrete Alltagsprobleme an den Ausgangspunkt von Nachbarschaftsorganisation zu stellen, hat sich über die letzten Jahre als immer weiter etabliert und auch bewehrt. Doch wie können Projekte, die ihren Fokus auf das konkrete soziale Umfeld legen zusammen arbeiten, Erfahrungen austauschen und wofür ist das überhaupt wichtig? Ohne gleich den großen strategischen Plan zu entwerfen, wollen wir doch gemeinsam überlegen, wie eine Zusammenarbeit über das eigene Viertel hinaus aussehen kann.


Abschlussplenum

12.30 Uhr: Na, und wie geht’s weiter? Wann gibt es denn endlich diese Stadt für Alle? Das wird am Sonntag geklärt. Außerdem wird der Brautstrauß geworfen: wer fängt darf das nächste Forum schmeißen!