Aktionen

Workshops RaS 2018

Aus Recht auf Stadt, Plattform fuer stadtpolitisch Aktive

Version vom 7. März 2018, 08:50 Uhr von Sfa leipzig (Diskussion | Beiträge) (Sfa leipzig verschob die Seite Workhops RaS 2018 nach Workshops RaS 2018: Tippfehler im Titel)

Samstag

Mietenpolitik

Hausbesetzungen

Um Gentrifizierung zu sabotieren und Wohnraum zu schaffen, haben wir in den letzen Jahren verschiedene Häuser in Köln besetzt. Damit haben wir den Spekulant*innen nicht nur eine Menge Ärger gemacht, sondern konnten auch 16 Appartmentwohnungen für Geflüchtete (Zülpi 290) und ein autonomes Wohnprojekt (Stelze2a) erkämpfen. Hausbesetzungen können eine wundervolle Aktionsform sein. In dem Workshop wollen wir kurz von unseren Erfahrungen berichten, um dann mit euch in den Austausch zu kommen. Dazu bieten wir an, die verschiedenen Phasen einer Hausbesetzung von der Idee, über die Aktions-Vorbereitung, bis hin zur praktischen Umsetzung – als Gedankenexperiment – durchzuspielen. Ziel ist es Praxis-Wissen weiterzugeben und einen Eindruck in die Vielfältigkeit dieser Aktionsform geben.

mit Wohnraum für alle Köln


Organisieren gegen große Wohnungskonzerne

Seit einigen Jahren haben sich große, börsennotierte Wohnungsunternehmen mit ihren aggressiven Mieterhöhungs- und Verdrängungsstrategien einen Namen gemacht. Allein die fünf größten – Vonovia, Deutsche Wohnen, LEG Immobilien, TAG und Grand City Properties – besitzen bundesweit fast 800.000 Wohnungen, viele davon in Städten mit hohen Mietsteigerungen und einem Mangel an bezahlbarem Wohnraum. Durch Fusionen und massenhafte Aufkäufe sind immer mehr Mieter_innen betroffen. Die Unternehmen setzten auf massenhafte Mieterhöhungen, bis an die Grenze des Legalen und darüber hinaus, Herausmodernisieren, und darauf, alle Dienstleistungen rund ums Wohnen unter dem eigenen Dach zu versammeln. Die Folge sind extrem steigende Mieten, Verdrängung und schlechte Arbeitsbedingungen – die einzelne Mieterin oder der einzelne Angestellte wird sich schon nicht wehren. Doch in immer mehr Städten formiert sich der Widerstand der Betroffenen, zum Teil unterstützt durch weitere stadtpolitische Initiativen. Der Workshop soll dazu dienen, sich zu den Kämpfen auszutauschen und gegenseitig zu inspirieren: Welche Strategien funktionieren? Wo gibt es Hindernisse und Schwierigkeiten? Was sind Perspektiven für eine Zusammenarbeit innerhalb der Städte und darüber hinaus? Eingeladen sind das Bündnis Otto-Suhr-Siedlung und Umgebung (BOSS&U), Berlin, die Organisierung gegen das Immobilienunternehmen Akelius, Hamburg, sowie Initiativen gegen LEG in Nordrhein-Westfalen. Weitere Initiativen und alle Interessierten sind herzlich eingeladen, sich an der Diskussion zu beteiligen.


Recht auf Stadt feministisch begreifen

Bei vielen Initiativen, die unter dem Label Recht auf Stadt arbeiten, spielen Alltagskämpfe eine zentrale Rolle und die Art und Weise wie der Alltag im Viertel, gegen Behörden und Vermieter*innen und mit den Nachbar*innen gestaltet wird, wird politisiert. Die Denkschule, die sich bisher am ausführlichsten mit der Politisierung und vor allem dem Wie der alltäglichen Reproduktion beschäftigt hat, ist die feministische. Wir sind überzeugt, dass sich sowohl praktische als auch konzeptionelle Verbindungen zwischen einer feministischen Perspektive auf gesellschaftliche Verhältnisse und Kämpfen um ein Recht auf Stadt ziehen lassen und diese möchten wir explizit machen. Wir arbeiten zur Wohnungsfrage und zur Dichotomie öffentlicher und privater Räume und möchten in diesem Rahmen einen Einblick in unsere konzeptionelle Arbeit geben. Anhand dieser beiden Themen möchten wir mit euch diskutieren wie feministische Zugänge grundsätzlich in wissenschaftliche und aktivistische Praxis einfließen können.

Input von Nina Fraeser und Eva Kuschinski mit anschließender Diskussion


Zwischen utopischen Überschüssen und Realpolitik

Öffentlicher Raum

Rechte Raumnahme am Beispiel des „Identitären Hauses“ in Halle – Perspektiven auf feministisch-antifaschistische Widerstände

Nicht nur linke Gruppierungen wollen sich die Stadt erkämpfen: auch alte und neue Faschist*innen zielen auf den öffentlichen Raum. Ein Beispiel dafür ist das Haus der „Identitären Bewegung“ in Halle (Saale). Im Workshop wird zunächst die Situation vor Ort anhand von Erfahrungsberichten erarbeitet, um im Anschluss daran gemeinsam Gegenstrategien zu entwickeln. Der Fokus liegt dabei auf der antifaschistischen Auseinandersetzung im öffentlichen Raum und feministischen Perspektiven des Widerstandes.


Parko – vom Parkplatz zum Park

Filmvorführung "Parko“ mit anschließender Diskussion. In Anwesenheit der Filmemacher*innen. Eine Dokumentation über ein Stück selbstorganisiertes Athener Stadtleben. Zuvor ein kommerzieller Parkplatz nun ein belebter grüner Park! 2008 während der Aufstände in Griechenland von Nachbar*innen und Aktivist*innen erobert und umgewandelt. Wir sehen das Kollektiv im Dialog über „eine Stadt von unten“ und beobachten wie der alltäglichen Misere des Kapitalismus und der zugehörigen Krise ein Ort der Freude, des Austauschs und der Zuflucht entgegen gestellt wird. Ein widerständiger Mikrokosmos in Mitten Athens.


Girl Gangs against street harassment – Basteln gegen street harassment

Im öffentlichen Raum sind Werbeflächen mit (halb)nackten und sexualisiert inszenierten Frauen* omnipräsent; sie suggerieren ein stark limitiertes Frauenbild. In einer Lebenswelt, in der Frauen* so stark objektiviert werden, ist es nicht verwunderlich, dass sie diversen Formen sexualisierter Diskriminierung, die sich oft als von Street Harassment äußert, betroffen sind. Das Projekt Girl Gangs against Street Harassment ist eine Aneignungspraxis von öffentlichem Raum und versucht mit lebensgroßen Street-Art Cut-Ups von bewaffneten Frauen* eindimensionale Werbebildsprachen zu durchbrechen. Workshop werden Fotoprint-Girl Gangs geklebt, geschnitten und anschließend im Leipziger Stadtraum positioniert. Das dient zum Markieren von Orten, an denen man individuell von Street Harassment betroffen war und symbolisiert anderen Frauen* den visuellen Rückhalt einer starken Girl Gang.


Soziale Infrastruktur

Eigene Strukturen aufbauen als richtiger Weg?

Wohnungsnot unter von Gewalt betroffenen Frauen in Frauenhäusern

Sonstiges

Menschen ansprechen, überzeugen und für eine politische Organisierung gewinnen. Aber wie?

Die radikale Linke wendet sich mit neuem Anlauf den Menschen auf der Straße, am Arbeitsplatz und auf den Ämtern zu. In der Praxis stellen sich dabei verschiedene Aufgaben – auf Menschen zugehen, sie ansprechen, das eigene politische Handeln erklären, dabei überzeugen und sie für eine politische Organisierung gewinnen. Im ersten Teil des Workshops werden wir uns mit den Strategien und Methoden des “Transformative Community Organizings” auseinandersetzen. Dabei besprechen wir ausgehend von unseren Praxiserfahrungen, wie wir diese Ansätze für Ansprachen in unseren Nachbarschaften nutzen können. Im zweiten Teil werden wir dann anhand von praktischen Beispielen und Rollenspielen üben und das Ganze auswerten.

4-stündiger Workshop mit Solidarische Aktion Neukölln, solA


Widerstand hat viele Gesichter – 6 Jahre Zwangsräumung verhindern in Berlin

Seit 6 Jahren kämpfen wir gemeinsam mit Betroffenen gegen Zwangsräumungen. Dabei wollen wir für die Betroffenen was rausholen, solidarischen Widerstand organisieren und an den konkreten Geschichten die ganze Unmenschlichkeit des Kapitalismus erzählen. Wir schreiben Briefe an die Verantwortlichen, begleiten Leute zu ihren Prozessen, machen Kundgebungen, Demos, Mikrofonikias, Go-Ins und Blockaden. Über die Zeit waren mehrere tausend Menschen bei unseren Aktionen. Sie waren solidarisch mit von Zwangsräumung Betroffenen und haben Zwangsräumung zum öffentlichen Thema gemacht. Neben viel Zustimmung gibt es aber auch Kritik innerhalb und ausserhalb des Bündnisses: unsere Arbeit sei Sozialarbeit und kommt über den Einzelfall nicht hinaus, wir organisieren die Leute nicht, unsere Aktionen sind nicht radikal genug. Genug Stoff für Diskussionen, wir würden eine kurze Einführung geben und freuen uns über Fragen und Kritik.

mit dem Bündnis Zwangsräumung verhindern


Barcelona en Comú – Film: “Ada for mayor. A political revolution in Barcelona”

Im Sommer 2014 beschlossen linke Netzwerke und Organisationen, darunter die Plattform gegen Zwangsräumungen PAH, eine gemeinsame Wahlliste aufzustellen. Spitzenkandidatin der Liste “Barcelona en Comú” wurde Ada Colau, eine der Gründerinnen der PAH. Der Film dokumentiert den Wahlkampf bis zur spektakulären Wahl der Außenseiterin Ada Colau zur neuen Bürgermeisterin von Barcelona. Spannend wie ein Politthriller – ohne Übertreibung. Gleichzeitig wirft der Film einige Fragen auf: Z.B. was passiert mit einer städtischen Bewegung, wenn sie sich auf das parlamentarische Spiel einlässt? Fragen, die sich die Protagonisten schon im Wahlkampf stellen.

“Alcaldessa” – Dokumentation 2017, 85 min.


Workshop mit der Otto-Suhr-Siedlung Berlin

Mapping

Presseworkshop

Offene Diskussion über das politische Potential von Mietberatungen

Sonntag

Austausch- und Vernetzungstreffen “mittelgroße Städte“

Die Situation mittelgroßer Städte unterscheidet sich vielfach von den großen Metropolen. Geprägt von jahrzehntelanger Stagnation und der ideenlosen städtischen Verwaltung der Zustände, zeigen sich auch hier zunehmend die Auswirkungen von verfehlter Stadtentwicklungspolitik und Immobilienspekulation. Zwischen Resignation und provinzieller Ignoranz gegenüber sozialen und kulturellen Problemen, kämpfen Initiativen oft darum, Bewohner*innen zu aktivieren, Steine aus dem Weg zu räumen und überhaupt irgendwas an den Start zu bringen…

Nach einem kurzen Input über die speziellen Begebenheiten dieser Städte wollen wir den Blick nach vorne richten. Wir wollen in offener Runde Erfahrungen austauschen, Mobilisierungs- und Vernetzungsstrategien miteinander teilen und vor allem erfolgreiche Aktionsformen und Möglichkeiten für die Realisierung von rebellischen Projekten diskutieren. mit RAS Ruhr + PEKARI Jena


Solidarisch! Und jetzt?

Konkrete Alltagsprobleme an den Ausgangspunkt von Nachbarschaftsorganisation zu stellen, hat sich über die letzten Jahre als immer weiter etabliert und auch bewehrt. Doch wie können Projekte, die ihren Fokus auf das konkrete soziale Umfeld legen zusammen arbeiten, Erfahrungen austauschen und wofür ist das überhaupt wichtig? Ohne gleich den großen strategischen Plan zu entwerfen, wollen wir doch gemeinsam überlegen, wie eine Zusammenarbeit über das eigene Viertel hinaus aussehen kann.